Wenn Sie etwas für Ihr Wohl und das Wohl der Allgemeinheit unternehmen wollen, lesen Sie diesen etwas längeren Text in Ruhe. Denn Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Weiter unten ist beschrieben, wie Sie sich legal und friedlich das zurückholen können, was Ihnen weggenommen oder vorenthalten wurde.
„In Zeiten wie diesen“ ist ein Claim der Hessen-CDU. In Zeiten wie diesen: „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.” Auch dies war eine Art Claim, ein Motto, mit dem der Gouverneur von Berlin im Jahre 1805 seine Kundgebung zweier Niederlagen schloß.
„Ruhe ist die erste Bürgerpflicht” und „Niederlagen”. Das sind „in Zeiten wie diesen“ (CDU) die Themen unserer Tage.
Die Ruhe ist für mehr als 120.000 Menschen im Rhein-Main-Gebiet wegen der Nordwest-Landebahn seit dem 21.10.2011 faktisch nicht mehr vorhanden: gestört von einer Industrie, die von unseren Steuergeldern mit jährlich 12 Milliarden Euro subventioniert wird (wie viele Bahntrassen, Kindergärten und vergünstigte Fahrkarten man damit finanzieren könnte). Die Luftfahrtindustrie erlebt gerade eine breite Niederlage – nicht nur durch den blamablen Weltklasse-Patzer in Berlin. Sobald die europaweit 30 Milliarden Subventionen für die Luftfahrtindustrie weggefallen sein werden, wird es keinen „Volkssport Fliegen” mehr geben, etwa Frankfurt-Hamburg für 39 EUR, unter allen realen Kosten. Und das ist gut so, weil der aufrecht und aufrichtig gehende Mensch auch andere Fortbewegungsarten kennt und nutzen kann, vor allem im eigenen Land.
Der Bau des 3. Terminals hängt offenbar am seidenen Faden von machbaren oder nicht machbaren 3 % Wachstum bei der FRAPORT. Wenn man die Abschreibung für die zu schließende NW-Bahn gegenrechnet, ist jedes Wachstum weg.
Die Ruhe wiederherzustellen ist jetzt die erste Bürgerpflicht, jetzt: „in Zeiten wie diesen“ (CDU).
In Zeiten wie diesen (CDU), in denen sich führende Politiker als Anwälte und Pressesprecher kleiner, straff organisierter, jedoch durchschaubarer Lobbyistengruppierungen gerieren, können die Bürger in Ruhe ihre Rechte retten. Bundeskanzlerin Merkel am 21.10.2011: „Sie ist ein Gewinn, diese Landebahn, für den Flughafen, sie ist ein Gewinn für die Region, und sie ist ein Gewinn für das ganze Land, die Bundesrepublik Deutschland.” An diesem Werbeblock für die FRAPORT scheint auf den ersten Blick nur ein Aspekt wahr: „Sie ist ein Gewinn, diese Landebahn, für den Flughafen.” Nach der Schließung wird die Landebahn dann für die FRAPORT ein Desaster, ein hausgemachtes. Aber die Bundeskanzlerin erklärt die Nordwest-Landebahn gleich zu einem Gewinn für die ganze Republik. Es zahlt sich stets aus, wenn man PR-Manuskripte liest, bevor sie einem vor laufenden Kameras hingelegt werden.
„Ruhe als Bürgerpflicht” ist „in Zeiten wie diesen“ (CDU) auch bei einer kleinen Geschichtsbetrachtung hilfreich. Zwei deutsche Diktaturen haben den Deutschen den Mut und die Bereitschaft zum zivilen Ungehorsam weitgehend abgewöhnt. Was man verlernt hat, kann man aber jederzeit wiedererlernen.
Der zivile Ungehorsam ist bei Wikipedia als eine Form des Widerstandes beschrieben, mit dem aus Gewissensgründen gegen rechtliche Normen verstoßen wird, um eine Unrechtssituation zu beseitigen und das moralische Recht auf Partizipation durchzusetzen.
„In Zeiten wie diesen“ (CDU) kann man sich zu viel freiheitliche Nähe zu einer Norm freilich nicht erlauben. Denn schon sieht man einen treuen Oberstaatsdiener aus Gießen oder einen verhinderten CDU-OB an der Kriminalpolizeikurzwahltaste oder am Wasserwerfer oder an der Tränengaskanone nesteln.
Heute braucht es den rechtlich und politisch korrekten zivilen Ungehorsam. Mit langer Vorankündigung und amtlicher Genehmigung erhält man in Ruhe (CDU) und friedlich ein Feld zugewiesen, auf dem man sich und die Öffentlichkeit versammeln darf. Genaugenommen treffen sich zwei Grundrechte: das Recht auf Versammlungsfreiheit und die Pressefreiheit, die sich erfrischend bemerkbar macht, „in Zeiten wie diesen” (CDU).
Nach der ersten Beschallung bei Roland Koch (CDU) werden weitere Beschallungen folgen. Die nächsten Termine finden Sie am Ende dieses Artikels. Doch Schall ist für viele nicht mehr als Rauch. Deshalb wird der behördlich angemeldete, rechtlich und politisch korrekte zivile Ungehorsam ausgeweitet. Alles, was Sie hier lesen, ist legal und ur-demokratisch, denn es findet in Abstimmung mit den Behörden und den politisch Verantwortlichen statt – wie die erste Beschallung bei Roland Koch (CDU) – und wird ohne staatliche Subventionen von Bürgern gemacht.
Die Einladung zum rechtlich und politisch korrekten zivilen Ungehorsam ergeht hiermit an jeden Freiheitsliebenden wie folgt: Schreiben Sie an das Ordnungsamt des Ortes, an dem ein für einen Mißstand Verantwortlicher lebt, und melden Sie eine Versammlung vor seinem Privathaus an. Beschreiben Sie höflich und ausführlich, was Sie planen, wie viele Leute mindestens kommen werden und wie viel Zeit Sie mitbringen. Sollte Ihre Versammlung verboten werden, können Sie diese Gedanken vorlegen. Sie gelangen hier zu einem PDF, aus dem Sie den Text herauskopieren und ergänzen können. An die Juristen in der CDU: Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine Rechtsberatung, sondern um freie Gedanken über unser Grundrecht, die jede und jeder jederzeit mit jeder und jedem diskutieren darf.
Da die FRAPORT momentan noch an ihrer aussichtslosen Landgewinnungsoperation (vorgelagerte Industriegebiete über dichtbesiedelten Wohngebieten) festhält, wird die Frequenz der Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit erhöht. Hier einige Formatvorschläge für friedliche Versammlungen, mit denen die Õffentlichkeit für das vielen immer noch unbekannte Ausmaß des Desasters sensibilisiert werden kann:
1) „Kindersand für die Sandburgenbauer in der Politik und der Wirtschaft”: Zwei oder mehr Personen melden eine Versammlung vor einem Privathaus oder dem Landtag an. Kinder kommen mit ihren Eltern und bringen je einen Eimer Spielsand mit. Bitte vergewissern Sie sich vorher, ob Sie bereit sind, Ihre Kinder von der Presse fotografieren oder filmen zu lassen. Vor dem zur Versammlung genehmigten Haus ist eine starke Plastikplane ausgebreitet (beim Ordnungsamt als Hilfsmittel anmelden). Auf diese Plastikplane schütten die Kinder den Sand. Als Zeichen für die bisher geschädigte Gesundheit und die entgangene Freude am Spielen im Freien, weil sie permanent von Düsenflugzeugen unterbrochen werden. Nach der Versammlung wird der Sand auf einen PKW-Anhänger geschaufelt, und dank der Plastikplane wird der Versammlungsort rückstandsfrei verlassen.
Was für immer bleibt, ist die eine oder andere Notiz in der Presse: Artikel, Hörfunk- und Filmbeiträge mit O-Tönen kleiner und großer Geschädigter. Dieses Versammlungsformat ist bereits in Vorbereitung. Es soll an verschiedenen Orten an den Sonntagen nach Pfingsten stattfinden. Ihren Kindern, den Wählern von morgen, können Sie die Versammlung so erklären: „Kein Mensch ist perfekt, aber manche Erwachsene wollen nicht aus ihren Fehlern lernen. Da ist es in Ordnung, wenn man (wie bei „Des Kaisers neue Kleider”) hingeht und sagt, wo der Denkfehler ist und daß man den Fehler korrigieren muß.” Das versteht jedes Kind.
2) „Gartenberge: Berge von Rindenmulch für die Wild-West-Wirtschaftspolitik.” Zwei oder mehr Personen melden eine Versammlung vor einem Privathaus oder dem Landtag an. Lärmopfer aus der Umgebung reisen mit einer Schubkarre und einem Sack Rindenmulch im Auto an und parken korrekt. Auf eine mitgeführte, starke Plastikplane (beim Ordnungsamt als Hilfsmittel anmelden) wird der in die Schubkarre entleerte Rindenmulch gekippt und zu einem Berg aufgehäuft: als Zeichen für den moralischen Schuldenberg der Verantwortlichen und für die seit dem 21.10.2011 entgangene Möglichkeit zur Gartennutzung, weil man im Minutentakt von Düsenflugzeugen aus der Ruhe gerissen wird. Rest der Versammlung siehe oben unter 1).
3) „Weißer Rauch: als Zeichen für jene, die vernebeln und sich aus dem Feinstaub machen wollen.” Zwei oder mehr Personen melden eine Versammlung vor einem Privathaus oder dem Landtag an. Sie bringen etwas Trockeneis mit (beim Ordnungsamt als Hilfsmittel anmelden) und verursachen vor dem Grundstück oder dem Landtag mit jeweils sehr geringen Mengen ausgepackten Trockeneises eine wohldosierte, länger andauernde Minimalbenebelung des Versammlungsortes. Das Ordnungsamt und die Polizei werden zu Recht darauf hinweisen, daß darauf zu achten ist, die Sicht von Verkehrsteilnehmern nicht zu behindern. Ziel der Versammlung: Sensibilisierung für die unsichtbaren Schadstoffe, die in ganz Rhein-Main eingeatmet werden, auch dort, wo man keinen Fluglärm hört.
4) „Defekte Kinderspielzeuge als Symbole für die kaputten Machtspielzeuge, mit denen man versucht, Bürgern den Lebensraum zu nehmen.” Zwei oder mehr Personen melden eine Versammlung vor einem Privathaus oder dem Landtag an. Die Teilnehmer bringen defekte Gartenzwerge, Dreiräder, Aufsitztraktoren und ähnliches Spielgerät mit (beim Ordnungsamt als Hilfsmittel anmelden) und türmen dieses zu einem Turm auf. Dieser Turm ist der symbolische Aussichtsturm, an dem und von dem aus man den einsetzenden Politikwechsel ausgezeichnet erkennen kann. Am Ende der Versammlung nehmen die Teilnehmer alle Gerätschaften wieder mit nach Hause.
Fühlen Sie sich frei, friedliche, öffentlichkeitswirksame Versammlungen dieser und natürlich auch anderer Art anzumelden und durchzuführen. Eine Demokratie funktioniert nur, wenn die Menschen aufstehen, nach draußen gehen und etwas unternehmen.
Hier die Termine für die nächsten, bereits angemeldeten 18-Stunden-Fluglärm-Live-Beschallungen. Weitere Beschallungen werden beantragt. Es melden sich immer mehr Menschen, die ebenfalls beschallen wollen. Wer ein rotes Auto besitzt, kann sich hier melden.
26. Mai 2012 durchgehend von 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr vor dem Privathaus von Herrn Volker Bouffier, Gießen
02. Juni 2012 durchgehend von 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr vor dem Privathaus von Herrn Dr. Stefan Schulte, Bad Homburg
09. Juni 2012 durchgehend von 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr vor dem Privathaus von Frau Dr. h.c. Petra Roth, Nieder-Erlenbach
















